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Beginen
Eine Installation von Hildegard Mann
In Lübeck gibt es noch 2 von 5 Häusern aus dem 13. Jhrh., in denen Beginen gelebt haben. Diese religiösen Frauen schlossen sich in Konventen zusammen und sie stellten ihre eigenen Regeln auf.
Die Konvente dienten vor allem der Versorgung armer Frauen, alter Dienerinnen von Patriziern aber auch begüterter Frauen jeden Alters. Anders als in Klöstern lebten sie offener und freier. Sie lebten in dieser Welt, zogen hinaus, um Almosen zu sammeln, arbeiteten als Krankenpflegerinnen, waren z.T. Handwerkerinnen und predigten ihren christlichen Glauben. Ein wichtiges Prinzip für sie war, sich durch ihrer eigenen Hände Arbeit zu ernähren. Ihr privates Vermögen machten sie sich gegenseitig zu Schenkungen.
In ihrer Eigen- und Selbständigkeit, wurden sie bald zur Zielscheibe ihrer Glaubensbrüder und bald auch der Inquisition. Man verbot ihnen nicht nur den Mund, sondern zwang sie, sich unter die Aufsicht des Klerus zu stellen. Auch Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen wurden durchgeführt. Unerschrocken predigten sie weiter, wechselten häufiger ihren Standort und schrieben ihre Gedanken in Büchern nieder. Hier prangerten sie die Doppelmoral der Kirche an. Mechthild von Magdeburg, eine der bekanntesten Beginen schrieb:
"Meine Lieben, betrübet Euch nicht zu sehr, die Wahrheit kann niemand verbrennen". Und man verbrannte ihre Bücher. Kennzeichnend für diese Frauenbewegung ist die Befreiung aus etablierten Strukturen. Viele Frauen entzogen sich durch den Beitritt in den Konvent, der Pflicht zu heiraten und sehr früh viele Kinder zu bekommen. Das bedeutete zu jenen Zeiten oft den frühen Tod. In ihrem Konvent erhielten sie eine gute Bildung und sie konnten sich selbständig versorgen. Sie lebten ohne hierarchische Strukturen.
Heute wissen nur noch wenig Menschen, wer die Beginen waren.
Bei meiner Arbeit ging es mir nicht um das religiöse Verständnis dieser Bewegung, sondern ich wollte die Würde, den Stolz und die Stärke dieser Frauen darstellen. Frauen, die klug und weitsichtig ihren Weg gingen. |